Ein eigenes Scrollytelling erstellen

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Wie kann ich mein eigenes Scrollytelling entwickeln? Oder besser gesagt: Mein eigenes Scrollytelling, das flexibel ist und für dass ich keinen Programmierer im Team brauche.

Diese Frage kann sich einzelnen Journalisten aber auch Redaktionen stellen, die nicht die finanziellen Mittel für eigens programmierte Geschichten aufwenden können oder wollen – und denen Pageflow zu einseitig ist.

WordPress

Wir haben folgende Lösung parat: Ein Scrollytelling auf WordPress-Basis mit vielen verschiedenen Elementen bzw. Tools. Das hat zwei entscheidende Vorteile:

  1. WordPress ist frei verfügbar und vielen Journalisten bekannt. Es ist intuitiv und einfach zu bedienen und dank vieler verschiedener Themes und Plugins flexibel im Look.
  2. In einen WordPress-Beitrag lassen sich viele verschiedene Elemente einfügen:
    • Schon in WordPress vorhandene Komponenten wie Bilder, Zitate etc.
    • Durch Plugins einfügbare Komponenten wie Galerien oder Slides
    • Externe Tools und Medien wie Infogram, Thinglink und diverse soziale Medien.

Welche Themes und Plugins eignen sich?

Wir empfehlen ein Theme ohne Seitenleiste sowie verschiedene Plugins.

Aesop: Das Plugin Aesop-Story-Engine macht es Autoren einfach, verschiedene Elemente, sogenannte „Story-Components“ für die eigene WordPress-Geschichte zu nutzen. Das können unterschiedliche Textarten, Bilder, Videos oder andere Multimedia-Elemente sein. Aesop ist leicht zu installieren, wenn man bereits ein WordPress-Weblog auf seiner eigenen Site hat. Auf wordpress.com läuft Aesop allerdings nicht.

Slider RevolutionSlider Revolution ermöglicht die Erstellung von “Slidern”. Hiermit kannst du deiner Geschichte neben der vertikalen Erzähllinie eine oder mehrere horizontale hinzufügen. Du kannst Videos, Text, Bilder und Audios (via Soundcite) integrieren.

Für Slider Revolution haben wir noch mal einen eigenen Leitfaden erstellt. Diesen findest du hier.

Welche Tools eignen sich?

SoundciteTool zum Hinterlegen von Audios im Fließtext

  • Lade den Ton als mp3 im Bereich Medien im WordPress-Backend hoch.
    Upload von mp3-Datei auf https://soundcite.knightlab.com/#create-new
  • Gebe dort auch den Text ein, der angezeigt werden soll.
  • Kopiere den erstellten Embed-Code in die Text-Version deines Beitrages.

Thinglink: Tool zum Annotieren von Bildern

  • Erst bei Thinglink erstellen, dann einbetten
  • Erstellung selbsterklärend: https://www.thinglink.com/
  • Bei der freien Version kann kaum etwas am Design geändert werden.
  • Eignet sich vor allem für die Einbindung von Text und/oder EXTERNEN Medieninhalten wie Soundcloud, Youtube etc. in ein Bild

InfogramTool zum Erstellen von Diagrammen

  • Erst bei Infogram erstellen, dann einbetten
  • Erstellung selbsterklärend: https://infogr.am
  • Bei der freien Version kann kaum etwas am Design geändert werden.
  • Bestimmen kannst du Farben der einzelnen Diagramm-Bestandteile und ob der Hintergrund transparent sein soll.
  • Hintergrund transparent stellen: Kannst du ganz am Schluss. Klicke bei “Share” und dann im Bereich “Embed” das Häkchen “Hintergrund transparent” an.

PlaybuzzVielseitiges Tool, z.B. zum erstellen von Umfragen

  • Sehr selbsterklärend http://www.playbuzz.com/PlayBuzzPoll
    Wenn du Fotos verwenden willst, achte auf die entsprechende CC Lizenz (oder eigene Fotos verwenden)
  • Kopiere den erstellten Embed-Code in die Text-Version deines Beitrages.
    Obacht: Funktioniert nicht mit einigen Adblockern
  • Prinzipiell funktioniert jedes Tool, das sich über HTML einbetten lässt sowie diverse Medien wie Vine, Tweets, Instagram etc. pp..

Aesop-Funktionen

Maps: Tool um eine Karte in den Artikel zu integrieren. Auf der Karte kann man dann Marker setzen und beschriften.

  • “Komponente einfügen” klicken, Symbol ‘Maps’ aussuchen.
  • Nun kann man sich die Stelle im Artikel auswählen, wo die Karte auftauchen soll – Ausgewählt werden kann z.B., dass die Karte permanent “sticky” unten, oben, rechts oder links im Beitrag angezeigt wird. Wird “sticky off” gewählt, wird die Karte nur dort im Beitrag angezeigt, wo die Komponente eingefügt wird, ähnlich einem Bild
  • Ganz unten im Beitrag, kann man die Map bearbeiten – sprich Marker und Text an einen Ort setzen.

Galerien: Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Galerien, die du einfügen kannst.

  • Die unterschiedlichen Galerien erstellst du in dem eigenen Bereich Galerien, zu finden in der Linken Spalte im Dashboard.

Timeline: Die Time- oder Kapitelleiste erscheint unten. Der Nutzer kann hier von Kapitel zu Kapitel springen.

  • An gewünschter Stelle im Kapitel “Komponente einfügen” und dann “Timeline Stop” auswählen
  • Im Feld ‘Navigation Menu Item Label’ den Titel eintragen, dieser ist dann in der Leiste zusehen
  • Titel verstecken ‘Ja’, würde sonst im Fließtext auftauchen (es sei denn, du willst das!)

Außerdem möglich:

Parallax-Bilder >> PARALLAX auswählen
Rand-Zitate >> QUOTE auswählen
Vorher-Nachher-Bilder mit Schieberegler >> MF REVAL auswählen
Charakter(-Bild) am Rand >> CHARACTER auswählen
Text in mehreren Spalten >> CONTENT auswählen
Dokument einfügen >> DOCUMENT auswählen

 

Los geht’s?

Bevor du jetzt anfängst und das passende Thema aussucht oder sogar entwickelst, wollen wir dir noch ein paar Sachen mit auf den Weg geben

  • Die Story schon im Vorhinein als Longread denken – sprich nicht als „Zweitverwertung“ konzipieren.
  • Zeit einplanen – Ein Longread ist kein einfacher Online-Artikel, sondern erfordert wie z.B. auch lange Radioformen wie Features neben dem Rechercheaufwand auch dramaturgische Arbeit und eine gewisse Post-Production. Hierfür entsprechend Zeit einzuplanen – plus einem zusätzlichen Puffer – ist extrem wichtig!
  • Der Redakteur muss kein Programmierer sein, aber technische Kenntnisse und Erfahrung mit WordPress mitbringen
  • im Team arbeiten hilft: gerade beim Einpflegen, Redigieren und Überprüfen auf verschiedenen Geräten usw. ist es von erheblichem Vorteil, wenn ihr das nicht alleine macht, sondern im Team. Das spart Zeit und Nerven.
  • Weiterentwicklung: Das Format kann ständig weiterentwickelt werden – am einfachsten durch neue und weitere Tools. Falls du also ein neues Tool entdeckst und ausprobieren willst, tue das! Es gibt ständig neue Tools und so bleibst du auf der Höhe der Zeit. Eine gute Quelle für neue, spannende Tools ist bleiwüsten.de.

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