„Pop ist kein weißer, heterosexueller Mann“ – Das Fazit nach dem Feature

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Im vergangenen Monat haben wir haben wir daran gearbeitet, die Interviews, die wir mit MusikerInnen, ExpertInnen und Frauen und Männern aus der Musikbranche geführt haben, zusammenzutragen, aufzuarbeiten und in unseren roten Faden zu bringen. Dabei hatten wir mit ziemlich viel Material zu tun: Haufenweise O-Töne, Filmmaterial, Fotos, Daten, Illustrationen und Texte, die in Struktur gebracht werden mussten.

Arbeit und Struktur

Zunächst haben wir uns daran gemacht, die Audio-Interviews zu schneiden und aufzuarbeiten – sowohl für die längeren Interviews mit den Protagonistinnen aus der Musikbranche, die später im neu entwickelten Audioplayer von detektor.fm präsentiert werden, als auch die einzelnen O-Töne, die wir via Soundcite direkt im Text verwenden. Nebenher entstanden in Zusammenarbeit mit dem MIZ Ausbildungsfernsehen Xenon aus den Interviews, die wir mit der Musikerin Bernadette La Hengst und der Band Die Heiterkeit geführt hatten, die Videos für unsere Story.

In den letzten zwei Wochen kam dann der wohl intensivste Arbeitsteil: das Texten der Story, samt Erstellung von Grafiken, Infoboxen und einer Umfrage, sowie dem Einpflegen der verschiedenen Medien, Zitaten. –  Dazu fielen im Nachlauf dann noch das Redigieren und Formatieren, zurechtrücken, ausprobieren, hin und her schieben von Komponenten, die Absprachen mit unserer Grafikerin und viele, viele andere Kleinigkeiten – eine zeitaufwändige und viel Konzentration erfordernde Phase, die nun langsam ihre Ende findet.

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Viele verschiedene Tools und Medien haben es in unser Feature geschafft, viele andere wären noch möglich gewesen, passten aber nicht zur Geschichte – und die bestimmt schließlich die Form.

In unserem Online-Feature befinden sich nun:

  • Texte
  • Fotos
  • Videos, die in Kooperation mit Xenon entstanden sind, eingebettet über die WordPress-Videofunktion
  • Audios/Interviews, präsentiert im neuen Audioplayer, den wir in Zusammenarbeit mit Torsten Baldes von den Medienfreunden für detektor.fm entwickelt haben
  • Audios/O-Töne, präsentiert als annotierter Text via Soundcite
  • Grafiken von Pauline Gallinat
  • Slider, die wir mit Slider Revolution erstellt haben
  • Diagramme, die wir mit Infogram erstellt haben
  • Rand-Zitate über WordPress
  • eine Infobox, die uns Torsten Baldes von den Medienfreunden entwickelt hat
  • eine Timeline oder Kapitelleiste
  • ein Kapitel-Menü zum ausklappen
  • eine mit playbuzz erstellte Umfrage

Nicht drin, aber durchaus möglich gewesen wären:

  • Mit Thinglink annotierte Bilder
  • Parallax-Bilder
  • „Vorher-Nachher-Bilder“ mit Schieberegler
  • eine Gallerie
  • Interaktive Karten / Sticky Maps
  • Charakter(-Bild) am Rand
  • Text in mehreren Spalten
  • diverse Medien wie Vine, Tweets, Instagram etc. pp.

Kurz vor der Ziellinie

Ein paar technische Probleme und „Bugs“ hatten wir erwartet und diese kamen dann auch auf. Das waren auf der einen Seite vor allem kleinere Ungereimtheiten, die je nach Browser auftauchten, viele kleine Design-Aspekte, kleinere Fehler im Code, z.B. durch falsche Anführungszeichen hervorgerufen, die uns die Formatierung zerschossen haben etc. pp., sowie kleinere Probleme beim Einbinden verschiedener Tools und Medien. Das meiste konnten wir mit Hilfe unseres Programmierers lösen, allerdings nicht alles.

Die ungelösten Baustellen sind:

  • Die Spotify-Playlist in Firefox sorgte für endloses Laden – sodass im Endeffekt Soundcite nicht laden konnte. Wir haben uns schließlich für Soundcite und gegen Spotify entschienen
  • Insgesamt zu langes Laden. Unsere Story ist lang, multimedial und voller unterschiedlicher Tools – sie braucht daher am Anfang ein bisschen länger. Das Problem ließe sich durch einen schnelleren Server lösen, aber das ist eine größere Aufgabe.
  • Slider Revolution. Die wohl größte und (gefühlt) „never ending“-Baustelle:

Probleme mit Slider Revolution

Slider Revolution ist ein wirklich schönes Tool. Es lässt jedes WordPress aufwändig und modern erscheinen – und nicht nur das. Neben dem „eye candy“-Faktor ermöglicht es für uns eine ziemlich wichtige Funktion und zwar das Aufbrechen der vertikalen Lesestruktur durch horizontal verlaufende Einschübe durch Slides, in denen wir Text, Bilder und – theoretisch auch Videos einbinden können. Doch mit allen drei Komponenten gab es immer wieder Probleme.

Will man es aber ans Design der Seite anpassen – und weicht somit von den frei verfügbaren Vorlagen ab – dann wird es ganz schön arbeitsaufwändig. Manche Sachen funktionieren schlicht und einfach nicht und treiben auch den technisch versierten den Redakteur – ergo uns –  in den Wahnsinn. Zumindest fast. Wir wissen ehrlich gesagt nicht, wie viele Stunden wir mit Slider Revolution verbracht haben, es waren aber eindeutig zu viele . Die Hauptprobleme waren:

  • Textformatierung anpassen: Viele unserer Slides sind sehr textlastig und wir wollen in den Slides dieselben Schriftarten wie im restlichen Artikel nutzen. Und das bereitet Probleme, denn: Die detektor-Schrift ist eigentlich nicht im Programm vorgesehen, lässt sich aber einfügen – allerdings wird sie im backend nicht so breit angezeigt, wie sie im frontend ist. Das führt meist dazu, dass sich die Schrift verschiebt, mehr Zeilen hat als vorher angezeigt usw.. Für uns bedeutet das: Viel Friemelarbeit, ständiges, nochmaliges Überprüfen und Überarbeiten. Ein bisschen nach trial and error-Prinzip. Das nervt.
  • Die Formatierung generell: Slider Revolution ist nur bedingt responsive – bzw. nur dann, wenn man die Slides im backend für jedes Gerät anpasst – und das ist sehr aufwändig. Zudem erfordert es sehr viel Fingerspitzengefühl und Ausdauer, die Ansicht am Ende oder zwischendurch auf jedem Gerät noch einmal zu überprüfen.
  • Elemente „verschwinden“: Auf einem Slide lassen sich Textfelder, Titel, Untertitel, Videos usw. als einzelne Elemente oder layer einfügen und animieren, dazu zählt meist eine fade in– und eine fade out-Animation. Uns ist aufgefallen, dass diese nicht immer angezeigt werden, was – wie wir vermuten – an der fade out-Animation liegt, die automatisch zu früh einsetzt. Die Zeitangabe haben wir händisch (!) bei jedem einzelnen Element (!) höher gesetzt. Sehr aufwändig, ebenfalls sehr nervig und vermutlich keine besonders elegante Lösung, aber sie funktioniert. Wer eine elegantere und einfachere Lösung  weiß, kann uns gerne anschreiben.
  • Hintergrundbilder werden nicht angezeigt: Je nach Slider-Vorlage und je nach Ausspielweg (Smartphone, Tablet, Desktop, Laptop)  kann es sein, dass die Hintergrundbilder in verschiedenen Slides nicht angezeigt werden. Mehrmaliges Austauschen, Verkleinern der Dateigröße usw. hat uns nicht zu einer Erkenntnis gebracht, woran es lag. Weshalb wir uns entschieden haben, die Hintergrundbilder in der entsprechenden Vorlage schließlich ganz raus zu nehmen. Das ist schade und ärgerlich.
  • Videos starten einfach so und laufen gleichzeitig: Das betrifft vor allem solche Videos, die wir als Hintergrund-Videos (z.B. anstatt eines Hintergrund-Bildes) eingefügt haben. Warum was, wann startet ist uns nicht ganz klar geworden (man merkt, diese vielen verschiedenen Unklarheiten sind mehr als nervtötend).
  • Das Problem lässt sich beheben, indem man das Video als layer einfügt, statt als Hintergrund-Video, dann nämlich kann man den die automatische Wiedergabe ausstellen. Allerdings hat uns auch hier etwas nicht zufrieden gestellt: Und zwar brauchen die Videos 2-5 Sekunden um geladen und angezeigt zu werden – und das ist deutlich zu lang.

Vielen der Probleme versuchen wir durch eigens erstellte Vorlagen entgegenzuwirken. Allerdings ist jetzt schon klar, dass wir nicht jede vom Redakteur gewünschte Vorlage vorhersagen können – wie die Slides aussehen sollen, hängt schließlich maßgeblich mit dem Thema zusammen – und dass auch im Nachhinein Slides angepasst oder angelegt werden, die Fehlerquellen beinhalten können.

Hier ist das große Manko: Wer sich auskennt und eingearbeitet hat, für den ist Slider Revolution ein tolles aber immer noch aufwändiges Tool. Wer völliger Neuling ist oder nicht viel mit technischen und gestalterischen Aufgaben anfangen kann, der wird hier schnell an seine Grenzen stoßen.

Fazit

Ein Longread oder Scrollytelling zu erstellen ist aufwändig. Das gilt zunächst für jede längere Geschichte, die mit entsprechendem, Recherche- und dramaturgischem Aufwand erstellt wird. Aber wie bei einem Radio oder Fernsehbeitrag folgt auch online nach dem fertigen Skript die Post-Produktion und auch für die muss Zeit eingeplant werden. Diese Zeit kann je nach länge der Story und der Menge und Art der verwendeten Tools stark variieren.

Voraussetzungen sind nach unserer Erfahrung schließlich, dass der Redakteur kein Programmierer, aber technisch versiert sein muss, die Story schon im Vorhinein als Longread gedacht wird, ausreichend Zeit eingeplant ist und  dass die Arbeit vorzugsweise im Team stattfindet.  Unserer komplettes Fazit, gerade in Bezug auf die Einsetzbarkeit im Redaktionsalltag, findet ihr bald auf diesem Blog.

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