Design Thinking mit Guy Degen

Quelle: klick.pop

Das MIZ fördert neben Innovationsprojekten auch allerlei Workshopangebote, die von interessierten, jungen Journalisten und erfahreneren Medienschaffenden zur Weiterbildung genutzt werden können. Für unser Projekt klick.pop wurde der Journalist und Trainer Guy Degen eingeladen, um mit uns Design Thinking zu machen. Aber was ist eigentlich Design Thinking?

Ganz ehrlich, vor dem Workshop hatten wir nur eine sehr grobe Idee, was sich dahinter verbergen konnte. Wir dachten “irgendwas mit Design”, wie es Produkt- oder Grafik-Design meint, und haben dann all unsere Designwünsche für unser Produkt, das Scrollytelling aufgeschrieben.

Was ist Design Thinking?

Dass Design Thinking erst einmal nichts mit dem Aussehen unserer Online-Reportage zu tun hat, wurde uns schnell klar. Design Thinking ist etwas abstrakter – es stehen Problemlösungen im Vordergrund. Dahinter verbirgt sich eine ganze Herangehensweise an Problemstellungen. Im Zentrum steht es nicht aus einer Macher-Perspektive auf ein Projekt zu blicken, sondern sich ganz konkret zu überlegen, wie potentielle Nutzer mit einem Medienangebot umgehen.

Wer könnte unsere Zielgruppe sein?

Ziel ist es, den Nutzer eines Produktes wirklich zu verstehen. Und herauszufinden, wie man auch diejenigen erreichen kann, die sich zunächst von einem Projekt nicht angesprochen fühlen. Dies kann durch Beobachtung und Gespräche mit tatsächlichen potentiellen Nutzern aus der Zielgruppe geschehen.

Das Stichwort hier ist “Co-Creating”.

Dabei setzt Design Thinking auf direkte Gespräche mit Nutzern und die Beobachtung von deren Mediennutzung. Die Gespräche und Beobachtung finden dabei nicht in einer neutralen Laborsituation statt, sondern im ganz normalen Lebensraum der Menschen. Im Vordergrund sollen die Ideen und Wünsche der Nutzer stehen. Der “Forscher” nimmt keine moderierende Haltung wie bei einem normalen journalistischen Interview ein, sondern ist Zuhörer und Beobachter.

Wie erreichen wir unsere Zielgruppe?

Wir müssen demnach herausfinden, auf welche Weise wir uns unserer Zielgruppe am besten nähern und auch diejenigen aus unserer Zielgruppe erreichen, die vielleicht sonst nicht auf klick.pop kommen würden.

Dafür sind “empathy interviews” hilfreich, also narrative Interviews, in denen es um die Bedürfnisse und das Verhalten sowie die Interessen und den Anspruch der Hörer und potentiellen Nutzer geht. Hierbei ist es wichtig, die eigene Person in den Hintergrund zu rücken und den Nutzer sprechen zu lassen und diesen zu beobachten.

Visualisiere deine Ideen!

Neben der direkten Kommunikation mit Menschen, ist die Visualisierung ein weiterer zentraler Aspekt des Design Thinkings. Ideen müssen nicht nur erdacht werden, sondern auch visualisert. In der Visualisierung lassen sich so Struktur und Innovationskraft erfassen. Das geht schon mit einfachen Mitteln wir Klebezettel und Flipcharts, die wir praktischerweise bereits ausgiebig genutzt hatten:

Quelle: klick.pop
Quelle: klick.pop

Wie nutzen wir Design Thinking bei klick.pop?

Als ersten Schritt haben wir uns auf unsere Aufgabenstellung und Ziele konzentriert. Anstelle von Aussagesätzen mit Forderungen, formulieren wir Fragesätze mit Handlungen. Der Grundsatz lautet: Wie könnten wir? Wie könnten wir Nutzer motivieren, unser Angebot zu nutzen?

Gemeinsam mit den Projektpartnern von detektor.fm, Christian Bollert und Gregor Schenk, Torsten Baldes von den Medienfreunden und der Projektkoordinatorin vom MIZ, Marion Franke, hatten wir die Möglichkeit, unseren aktuellen Projektfortschritt auf die wichtigsten Punkte zu destillieren und offene Fragen und Bedenken in der Runde zu besprechen.

Literaturempfehlung:

Apfelbaum, Sue; Cezar, Juliette (2014): Designing The Editorial Experience. A Primer for Print, Web, and Mobile. Rockport Publisher.

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